CDU Stadtverband Coesfeld

Auch die CDA läuft Sturm gegen Schließung des DB-Kundencenters

Coesfeld. In der Bevölkerung von Coesfeld und den umliegenden
Nachbargemeinden regt sich massiver Unmut: Die Pläne der Deutschen Bahn (DB) und des Nahverkehrs Westfalen-Lippe (NWL), das bewährte Kundencenter am Bahnhof Coesfeld zu schließen und durch Videoautomaten zu ersetzen, stoßen auf breites Unverständnis. Der CDA-Stadtverband hat eine Blitzumfrage unter Bürgerinnen und Bürgern durchgeführt. Das Ergebnis ist ein eindeutiges Signal an die Verantwortlichen: Die Menschen fordern den strikten Erhalt des persönlichen Services vor Ort.
„Ein Bahnhof ist weit mehr als ein bloßer Haltepunkt – er ist der zentrale
Mobilitätsknotenpunkt unserer Region“, betont der CDA-Vorsitzende Valentin Merschhemke. Wer die Verkehrswende will, darf beim Service nicht den Rotstift ansetzen und die Menschen vor Ort alleine lassen.“ Unterstützt wird auch die Kritik der Coesfelder CDU-Ratsfraktion an die DB-Adresse: „Kein Automat und kein Chatbot kann bei der immer noch komplizierten Tariflandschaft in Deutschland die persönliche Erfahrung und die persönliche Ansprache der Kundenberater der DB ersetzen.“ Die CDA betont: Besonders für die ältere Generation und Menschen mit Einschränkungen ist die geplante Schließung ein schwerer Schlag.
Zwar nutzen viele Bürger mittlerweile digitale Angebote für einfache Standardtickets, doch sobald es um komplexe Reiseketten, den Fernverkehr oder das undurchsichtige Dickicht aus Sonderangeboten und verschiedenen Preissystemen geht, ist die persönliche Beratung von Angesicht zu Angesicht schlicht unverzichtbar. Hier wird Digitalisierung seitens der DB als Vorwand genutzt, um Service einzusparen. Das geplante Nachfolgesystem – ein Automatenkonzept mit einer Video-Liveberatung per Knopfdruck namens „PIA“ (Persönlicher Informationsassistent) – sieht die CDA äußerst kritisch. Zwar soll dieses System täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar sein, doch die Tücke liegt im Detail: Das System ist primär auf den Nahverkehr ausgelegt. Gerade der Fernverkehr, der tariflich und buchungstechnisch ungleich komplizierter ist, bleibt außen vor. Ein digitaler Bildschirm kann die Geduld und die passgenaue Unterstützung eines Mitarbeiters vor Ort niemals gleichwertig ersetzen. Die CDA nimmt die Sorgen der Bürger sehr ernst und sehen nun die gewählten Abgeordneten in der Pflicht. In einem direkten Vorstoß fordern sie den Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann auf, sich mit Nachdruck und hoher Öffentlichkeitswirkung auf höchster Ebene bei der Deutschen Bahn und dem Zweckverband für den Erhalt des Standortes einzusetzen. Es sei die Pflicht der Politik, solch unsinnigen Plänen entschieden entgegenzutreten.